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Erspartes Verdoppeln?

∞ (unendlich)

braucht man, um 100 Euro durch Sparen zu verdoppeln.


Die gesetzliche Rente allein wird künftig nicht reichen

Der demografische Wandel hat Folgen. Im Jahr 2030 wird es in Deutschland fast ebenso viele Rentner wie Erwerbstätige geben. Ein Arbeitnehmer wird in der Folge nur noch wenig mehr als ein Drittel seines letzten Nettogehalts beziehen, wenn er 2030 in Rente geht.

Und das auch nur, wenn er 45 Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt hat. 1 Zudem ist im seit 25 Jahren geeinten Deutschland die gesetzliche Altersvorsorge keineswegs einheitlich: Es gibt ein erkennbares West-Ost- und Nord-Süd  Gefälle. Die Folge: Rund 50 Prozent der Anspruchsberechtigten haben monatlich weniger als 965 Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 1.025 Euro, was immer noch nur einer Grundversorgung entspricht. 2

 

Quelle 1:  Prognose Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA)
Quelle 2: Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg

Private Altersvorsorge ist kein Selbstläufer mehr

Private Altersvorsorge ist wichtig. Allerdings sind die klassischen Anlagemöglichkeiten wegen des Niedrigzinsumfelds dramatisch renditeschwach. Brauchte man in den 1990er nur rund zwölf Jahre, um mit einer 10-jährigen Bundesanleihe sein Vermögen zu verdoppeln, so würde es nach heutigem negativem Zinsstand nicht möglich sein.

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Anzahl der Beitragszahler, die für einen Rentner aufkommen

Quelle: DRV und statistisches Bundesamt

Altersvorsorge ist ein politisches Thema

Altersvorsorge ist ein Thema, das inzwischen generationenübergreifend bewegt. Erst recht vor dem Hintergrund des langanhaltenden Niedrigzinsumfelds. Die Medien- und Aufklärungsarbeit der vergangenen Jahre zeigt dabei Wirkung: Für rund 62 Prozent der Befragten (über alle Altersklassen hinweg) hat die private Altersvorsorge einen hohen Stellenwert.

Hohes Interesse an privater Altersvorsorge über alle Generationen

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Schon mit kleinen Reformen lässt sich Großes erreichen

Die private Altersvorsorge kann helfen, die Lücke der gesetzlichen Altersvorsorge zu schließen. Doch wie lässt sich die private Altersvorsorge stärken?

Ziel muss es sein, mehr Bürgern als bisher bessere Möglichkeiten für die private Altersvorsorge zu erschließen. Schon kleine Maßnahmen, die sich zeitnah umsetzen lassen, können dabei helfen.

 

Den Kreis der Förderberechtigten erweitern

Unterschiedliche Erwerbsbiographien sollten nicht länger Grundlage für eine unterschiedliche Behandlung hinsichtlich der Riester-Förderberechtigung sein. Auch Selbständigen sollte die Möglichkeit der Riester-Förderung eröffnet werden, da es gerade hier zum Teil erhebliche Versorgungslücken gibt.

 

Die steuerliche Förderhöchstgrenze dynamisieren

Um die Anreize für das langfristige Sparen zu steigern, sollte die bisherige steuerliche Förderhöchstgrenze (von 2.100 Euro) dynamisiert werden. Dies kann beispielsweise durch eine Förderhöchstgrenze erfolgen, die wie bei der betrieblichen Altersvorsorge (baV) bei vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

 

Fehlsteuerungen abbauen

Private Eigenvorsorge hinsichtlich einer kapitalgedeckten Altersvorsorge sollte nicht bestraft, sondern viel mehr staatlich gefördert werden. Die geplante Einführung einer Finanztransaktionssteuer wirkt hier kontraproduktiv. Darüber hinaus sollte für alle geförderten Altersvorsorgeprodukte eine steuerliche Gleichbehandlung erfolgen. Denn nur Wettbewerb sorgt für attraktive Produktangebote.

Zudem sollten Leistungen aus der geförderten privaten Altersvorsorge auch bei Bezug von Grundsicherung im Alter nicht mit dieser Sozialleistung verrechnet werden. Denn nur dort wo ein Angebot auf Akzeptanz von Seiten des Sparers trifft, entsteht Raum für die notwendige Förderkultur.