Alexander Schindler tritt sein Amt als BVI-Präsident an

Alexander Schindler, Mitglied des Vorstands von Union Investment, spricht im Interview über seinen Amtsantritt als neuer Präsident des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) über seine Zielsetzungen, den Einfluss der Corona-Pandemie auf seinen Start und die zentrale Bedeutung von Nachhaltigkeit im Asset Management.

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Auch Corona hält die erhöhte Nachfrage nach Fondssparplänen nicht auf
 

Trotz der angespannten Lage an den Finanzmärkten zu Beginn der Corona-Pandemie bescheinigt Alexander Schindler, Vorstandsmitglied von Union Investment und Präsident des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), dem Asset Management weiterhin Wachstumspotential. In Zeiten von niedrigen Zinsen werden institutionelle Investoren weiterhin nach höheren Renditen suchen müssen, die sie am Kapitalmarkt finden werden.

Im Segment der Privatkunden gewinnt das Thema Altersvorsorge zudem immer mehr an Bedeutung. Diese wird in Zukunft – aufgrund der wegfallenden Garantien bei weiteren Anlageformen – mehr an den Kapitalmärkten angelehnt sein. Davon werden Asset Manager profitieren können. Und im Bereich der Fondssparpläne ist dies bereits spürbar. Hier können wir sehen, dass deren Nachfrage zunehmend steigt. Dies liegt unter anderem in der Tatsache begründet, dass viele Banken bereits Negativzinsen auf Erspartes eingeführt haben und Kunden sich nach Alternativen umschauen.

Die Reform der Riester-Rente ist dringend erforderlich.

Alexander Schindler

BVI-Präsident & Mitglied des Vorstands Union Investment

Alexander Schindler Zitatbild

Riester Reform: Dringend notwendig
 

Seit Einführung der Riester-Rente wurden 16,5 Millionen Verträge abgeschlossen: Die Riester-Rente ist damit die erfolgreichste freiwillige private geförderte Altersvorsorge. Jedoch stagniert die Verbreitung in den letzten Jahren und das anhaltende Niedrigzinsumfeld verhindert eine renditeorientierte Kapitalanlage. Zudem schreckt die komplexe Fördersystematik viele Vorsorgende ab.

Alexander Schindler sieht daher eine Riester-Reform als dringend notwendig an. In Zusammenarbeit mit den Verbänden der Versicherer und Bausparkassen hat der BVI 2019 daher ein Konzept vorgelegt, welches das Riester-System vereinfachen soll. Zu diesem Konzept gehören unter anderem ein einfacheres Zulageverfahren und eine Lockerung der Garantien. Zum aktuellen Zeitpunkt kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass eine Riester-Reform noch in der aktuellen Legislaturperiode kommen wird.

Zuerst eine Definition für Nachhaltigkeit, dann Non-Financial-Reportings
 

Im Zuge der Diskussion um die geplante Taxonomie der Europäischen Union kritisiert Schindler, dass die Reihenfolge der regulatorischen Maßnahmen unvorteilhaft sei. Zunächst brauche man eine einheitliche Definition von Nachhaltigkeit, die sogenannte EU-Taxonomie. Diese soll dabei helfen, einheitliche Nachhaltigkeitskriterien zu schaffen, um Unternehmen im internationalen Kontext miteinander vergleichen zu können. Erst im Anschluss benötige man die Daten der Unternehmen, die beispielweise angeben, wie stark sie in nachhaltige Geschäftsmodelle investieren. Dieses Non-Financial-Reporting sei sehr wichtig für die Branche. Aktuell wolle man auf europäischer Ebene aber sehr viel: Dabei werde laut Schindler vieles überstürzt oder laufe durcheinander. Dass die Anwendung der Offenlegungspflicht verschoben wurde, bezeichnet er als realistisch und begrüßt dies.

Schindler berichtet, dass das Thema Nachhaltigkeit bereits fester Bestandteil der Kapitalmärkte sei: Bei den großen Gesellschaften bestehe bereits in 2020 die Hälfte aus nachhaltigen Produkten – und dies prognostiziert er, werde in nächster Zeit weiter zunehmen. Und genau aus diesem Grund sei es umso wichtiger, dass die EU ein Rahmenwerk vorlegt, das international Standards setzt.

Das komplette Interview der Börsen-Zeitung mit Herrn Alexander Schindler finden Sie unter folgendem Link.
Börsen-Zeitung Interview Alexander Schindler - "Nichts davon wirft mich um"