Union Investment Vorstände im Austausch mit Christian Lindner

Reinke, Lindner

Am 26. Mai 2016 war Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, zu Besuch bei Union Investment. Die Union Investment-Vorstände Hans Joachim Reinke, Jens Wilhelm und Dr. Andreas Zubrod tauschten sich mit Herrn Lindner aus. Im Anschluss besuchte Herr Lindner die Erlebnisausstellung Finanzanlage.

 

In einem kurzen Interview konnten wir Herrn Lindner die folgenden Fragen stellen.

Was bedeutet für Sie private Altersvorsorge im Niedrigzinsumfeld? Ist die gesetzliche Vorgabe, dass Riester-Produkte einen 100%-igen Kapitalerhalt garantieren müssen im aktuellen Niedrigrenditeumfeld sinnvoll?

Lindner: Die Europäische Zentralbank muss endlich Schluss machen mit ihrer Niedrigzinspolitik. Denn das derzeitige Zinsumfeld ist eine große Belastung für kapitalgedeckte Alterssicherungssysteme. Die Riester-Rente ist dennoch nicht gescheitert. Zusätzliche private Vorsorge ist zur Erhaltung des Lebensstandards im Alter unverzichtbar. Um die kapitalgedeckte Altersvorsorge zukunftssicher und attraktiv zu machen, müssen für die private Vorsorge rentablere Anlageformen möglich sein. Ein wichtiger Schritt wäre das Riestern mit Aktien auszubauen. Bürger sollten bei der geförderten Altersvorsorge zwischen Produkten mit und ohne Beitrags- und Zinsgarantie wählen dürfen. Bei einer höheren Risikobereitschaft steigen so auch die Ertragschancen. Dies könnte auch ein Impuls für eine stärkere Aktienkultur in Deutschland sein, denn bisher nutzen zu wenige Bürger diese Möglichkeit. Der Gesetzgeber sollte den Versicherungen ferner ermöglichen, direkt in Unternehmen zu investieren, damit die Versicherungen ihre Anlageportfolios sinnvoller füllen können.

 

Was müssen Banken bzw. Finanzinstitutionen aus Ihrer Sicht tun, um das Vertrauen der Kunden zu stärken?

Lindner: Die Krise des europäischen Finanz- und Währungssystems ist noch nicht überwunden. Es ist die Pflicht der Politik, Regeln zu erarbeiten, die der Finanzwirtschaft den notwendigen Raum zur Aufgabenerfüllung lassen und gleichzeitig klare Grenzen setzen, wo Verträge zulasten der Steuerzahler oder künftiger Generationen geschlossen werden. Wir fordern deshalb das Verbot einer Bankenrettung durch Staaten oder die Europäische Union. Denn es ist auf Dauer nicht hinnehmbar, dass Gläubiger Banken großzügig Geld leihen, dadurch die Blasenbildung befördern und zugleich davon ausgehen, dass der Staat sie schon nicht hängen lassen wird. Die Finanzwirtschaft selbst ist aufgerufen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Panama Papers und Cum-Cum-Geschäfte sind da nur zwei Stichworte.

Bildergalerie des Besuchs von Herrn Lindner

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