Source: https://www.finanzagenda.de/positionen-und-papiere/nationale-themen/weitere-themen/Versetzung-gefaehrdet--Schulen-vermitteln-Finanzthemen-mangelhaft
Schulen bekommen von jungen Erwachsenen in Deutschland schlechte Noten für die Vermittlung von Finanzwissen. Entsprechend schwach schätzen die 18- bis 29-Jährigen ihr eigenes Finanzwissen ein. Sie beschäftigen sich weder oft noch gerne mit Finanzthemen, räumen aber ein, dass es eines der wichtigsten Themen ist, um gut auf das Leben vorbereitet zu sein. Insgesamt ist die Hälfte der befragten jungen Erwachsenen mit der eigenen finanziellen Situation zufrieden und hat auch das Sparen keinesfalls aus dem Blick verloren. Dies sind die Ergebnisse des aktuellen Anlegerbarometers mit dem Schwerpunkt Finanzbildung und Sparen von Union Investment, einer repräsentativen Befragung von mehr als 2.000 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren.
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Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Juli 2021 im Auftrag von Union Investment über 2.000 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 29 Jahren bezüglich der Themen Finanzbildung und dem Anlageverhalten junger Menschen befragt. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Verantwortung für die Vermittlung von Finanzwissen vor allem bei den Schulen sehen, gefolgt von der eigenen Familie. Aber auch die Medien, die Politik und Finanzdienstleister sollten bei der Wissensvermittlung eine Rolle spielen.
Den Schulen stellen die Befragten ein schlechtes Zeugnis bei der Wissensvermittlung aus. Insgesamt bewerten 64 Prozent die Leistung der Schulen als „mangelhaft“ oder „ungenügend“.
Im Durchschnitt wird die Schule als Vermittler für Finanzthemen mit einer 4,8 bewertet. Die Eltern hingegen werden im Durchschnitt besser bewertet, mit einer 2,8.
Beim Thema Finanzbildung wären die Schulen nach dieser Beurteilung stark versetzungsgefährdet. Dass einige Bundesländer in den vergangenen Jahren ihre Anstrengungen in diesem Themenfeld verstärkt haben, lässt sich an diesen Zahlen noch nicht erkennen.
Giovanni Gay
Geschäftsführer, Union Investment
Trotz der schlechten Finanzvermittlung an den Schulen hat das Thema für junge Menschen einen hohen Stellenwert. 90 Prozent der Befragten empfinden es als „wichtig“ oder „sehr wichtig“, um mit dem Finanzwissen gut auf das Leben vorbereitet zu sein. Lediglich das Thema „Gesundheit und Ernährung“ wird als wichtiger empfunden (91 Prozent). „Wenn junge Menschen das Thema für sich selbst so hoch priorisieren, zeigt das deutlich, wie sehr Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Hier muss in Zukunft deutlich mehr passieren“, so Gay. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) setzen sich „häufig“ oder „manchmal“ mit Finanzthemen auseinander. Das eigene Finanzwissen benoten die Teilnehmer der Befragung mit der Schulnote drei bis vier.
Um das Finanzwissen von jungen Menschen zu verbessern, startete Union Investment gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken bereits vor einigen Jahren das Projekt „MoneyCoaster“. Im Rahmen des Projektes gehen Beraterinnen und Berater der Volks- und Raiffeisenbanken an Schulen und behandeln in den Klassenstufen acht bis elf unterschiedliche Themenbereiche: Von der Organisation des eigenen Geldes bis hin zum richtigen sparen ohne Zinsen.