Source: https://www.finanzagenda.de/positionen-und-papiere/nationale-themen/altersvorsorge/union-investment-vorschläge-altersvorsorgereformgesetz
Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember das Altersvorsorgereformgesetz beschlossen. In den kommenden Wochen und Monaten wird die Reform der privaten Altersvorsorge nun ihren Weg im parlamentarischen Prozess nehmen. Dazu nimmt Union Investment Stellung.
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Union Investment begrüßt den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Altersvorsorgereformgesetz als wichtigen Schritt für mehr Wahlfreiheit und Wettbewerb bei der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Die Öffnung hin zu kapitalmarktbasierten Altersvorsorgeprodukten und die flexible Auszahlphase bieten großes Potenzial für renditestarken Vermögensaufbau und individuelle Vorsorgelösungen. Gleichzeitig sieht Union Investment wichtigen Anpassungsbedarf, um die Reform gesetzlich für alle Förderberechtigten attraktiv und langfristig zu gestalten.
Union Investment sieht im Gesetzentwurf mit der beitragsproportionalen Kinderzulage einen guten Ansatz, weist jedoch darauf hin, dass diese Förderung im Vergleich zur bisherigen Riester-Förderung für Familien und Personen mit geringem Einkommen möglicherweise weniger stark ausfällt. Um die private Altersvorsorge für diese Zielgruppen weiterhin attraktiv und unterstützend zu gestalten, sollte die Förderung hier möglichst wirkungsvoll ausgestaltet werden.
Zudem sollte die Förderberechtigung im Altersvorsorgereformgesetz erweitert werden. Neben den bisherigen Begünstigten sollten auch Selbstständige sowie alle unbeschränkt steuerpflichtigen Personen in Deutschland förderfähig sein. Diese Maßnahme stärkt die private Altersvorsorge und macht sie für mehr Menschen zugänglich – ein entscheidender Schritt für eine solide Altersvorsorge in der Gesellschaft.
Die aktuelle Fördergrenze von 1.800 Euro für die private Altersvorsorge ist seit über 20 Jahren unverändert und verliert durch Inflation an Wert. Union Investment plädiert für eine jährliche Anpassung der Einzahlungsgrenze an die Inflation, um den Vermögensaufbau nachhaltig zu stärken. Zudem sollten Einzahlungen oberhalb der Fördergrenze weiterhin möglich sein – idealerweise unbegrenzt oder mit einer wirtschaftlich sinnvollen Obergrenze, beispielsweise dem Doppelten des steuerlichen Grundfreibetrags.
Die Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) hat eine wichtige Funktion bei der Vergleichbarkeit und Transparenz von Altersvorsorgeprodukten – besonders bei Riester-Verträgen. Die PIA ist weiterhin für die Chancen-Risiko-Klassifizierungs-Einstufung der zahlreichen Riester-Bestandsverträge notwendig. Union Investment spricht sich daher klar dafür aus, die PIA nicht abzuschaffen, sondern ihre Rolle als wichtige Verbraucherschutz- und Transparenzstelle zu sichern.
Union Investment unterstützt die Reform der privaten Altersvorsorge als einen bedeutenden Schritt für mehr Wahlfreiheit und Wettbewerbsfähigkeit bei der Altersvorsorge in Deutschland. Mit den vorgeschlagenen Änderungen kann das Altersvorsorgereformgesetz alle Bevölkerungsgruppen besser erreichen und die private Altersvorsorge langfristig attraktiv und leistungsfähig machen.
Zudem ist eine enge Verzahnung von Frühstart-Rente und den neuen steuerlich geförderten Altersvorsorgeverträgen mit dem Altersvorsorgereformgesetz wichtig. Denn sie bildet einen integralen und generationenübergreifenden Rahmen für die private Vorsorge – und somit ein Gesamtkonzept, das von 6 bis 66 Jahren gedacht ist.