Source: https://www.finanzagenda.de/positionen-und-papiere/europaeische-themen/open-finance/position-open-finance
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Neben den Finanzdaten haben auch weitere Datenräume einen finanziellen Bezug zu Kunden - wie beispielsweise Energieversorgung oder Mobilität. Daher ist es wesentlich, Zugangsrechte nicht nur für Finanzdaten rechtlich zu gestalten, sondern ebenfalls sektorübergreifend für verschiedene Wirtschaftszweige. Nur so können die Potenziale von personenbezogenen Daten insgesamt gehoben werden.
81%
der befragten deutschen Führungskräfte aus der Finanzbranche stimmen zu, dass Open Finance eine größere Auswahl an Finanzdienstleistungen ermöglichen wird
Die Erfassung und Auswertung von Kundendaten ist in der Finanzwirtschaft Unterscheidungsmerkmal und Grundlage für dynamische Innovationen. Eine gesetzliche Standardisierung von Kundendaten sowie Vorgaben für eine persönliche „Vermögensanlage-Strategie“ sind daher abzulehnen.
Nicht ausgewertete (Roh)daten des Kunden, die der Kunde einem Unternehmen zur Verfügung stellt, sollten nur mit expliziter Zustimmung des Kunden auf Drittanbieter übertragen werden dürfen. Durch den eigenen Leistungsprozess des Unternehmens auf Basis der Kundendaten erstellte Daten sollten nur mit Zustimmung des Unternehmens übertragbar sein.
Es ist ein einheitliches Schutzniveau sicherzustellen, d.h. gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regeln. Eine faire Verteilung von Kosten für die Datenerstellung sowie eine marktwirtschaftliche Vergütung bilden einen Anreiz, dass Unternehmen hochwertige Daten erstellen.
Die bestimmungsgemäße Nutzung von Daten und die Kontrolle über die Verwendung durch den Kunden ist sicherzustellen. Sollte der Gesetzgeber eine Verpflichtung zur Datenteilung vorsehen, sollte diese vor missbräuchlicher Nutzung geschützt sein und von der Finanzaufsicht lizensiert und überwacht werden.
In einem dynamischen Umfeld wie der datenbasierten Wirtschaft mit kurzen Innovationszyklen sollte der marktwirtschaftliche Ansatz im Hinblick auf die Standardsetzung gelten und es keine starren Vorgaben geben.
Der erste Schritt der EU-Regulierung zur Datenteilung und Datenzugriffsmöglichkeiten im Finanzsektor wurde bezüglich Zahlungskontodaten mit der PSD2 umgesetzt. Dies ermöglicht den Zugriff von Kundendaten für Drittanbieter. Der Open Finance-Ansatz soll nach dem Willen der EU-Kommission nunmehr alle relevanten Finanzbereiche erfassen wie Banken, Versicherungen, Investitionen oder Renten.
Open Finance Twopager (PDF, 69 KB)
Stand: 31.03.2023