Source: https://www.finanzagenda.de/positionen-und-papiere/europaeische-themen/sustainable-finance/europaeische-taxonomie
Die Taxonomie gilt als zentrales Instrument im Rahmen der Sustainable Finance-Vorhaben auf europäischer Ebene. Sie dient dazu, Wirtschaftsaktivitäten zu klassifizieren, die Transparenz zu verbessern, die Vergleichbarkeit zu erhöhen und Greenwashing zu verhindern.
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Die Europäische Union hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es umfangreicher Investitionen in nachhaltige Projekte und Aktivitäten. Welche Investitionen dabei als „nachhaltig“ bezeichnet werden können, wird in der EU-Taxonomie-Verordnung festgelegt. Mit dieser Verordnung verfolgt die Europäische Kommission das Ziel, erstmals ein kollektives Verständnis von Nachhaltigkeit zu etablieren.
Als Klassifizierungssystem stellt die Taxonomie ökonomisch nachhaltige Aktivitäten dar und umfasst bisher sechs Umweltziele: Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und Ökosysteme. Ob es in Zukunft auch eine soziale Taxonomie geben wird, ist offen. Die Taxonomie gilt als zentrales Instrument im Rahmen der Sustainable Finance-Vorhaben auf europäischer Ebene. Sie dient dazu, Wirtschaftsaktivitäten zu klassifizieren, die Transparenz zu verbessern, die Vergleichbarkeit zu erhöhen und Greenwashing zu verhindern.
Die Taxonomie sollte den zu hohen Detailierungsgrad anpassen, der weder zielführend noch handhabbar ist und diesen bspw. durch praxistaugliche und auch auf veränderte Bedingungen anwendbare Prinzipien ersetzen.
Die ESG-Datenverfügbarkeit sollte verbessert werden, indem die Realwirtschaft zur Veröffentlichung entsprechender Daten verpflichtet wird. Besonders wichtig ist daher die zügige Umsetzung der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, CSRD) und die schnellstmögliche Einrichtung eines European Single Access Point (ESAP) für Finanz- und ESG-Daten.
Das Thema „Transformation“ muss stärker berücksichtigt werden. Daher sehen wir die Idee einer „braunen“ Taxonomie kritisch und lehnen diese ab, denn die dabei drohende Stigmatisierung kompletter Branchen widerspricht dem Transformationsgedanken.
Stand: 01.01.2024