Source: https://www.finanzagenda.de/termine-und-gespraeche/mdep-gahler-zu-besuch-bei-union-investment
Diesen Beitrag teilen
Zum inhaltlichen Austausch durften Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, und Dr. Stefan Mai, Head of Public Affairs und Leiter Vorstandsstab, den hessischen Europaabgeordneten Michael Gahler in Frankfurt am Main begrüßen. Herr Gahler ist Ständiger Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Ukraine und außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen der Finanzstandort Frankfurt, die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine für Deutschland, Europa und die Kapitalmärkte, sowie die bevorstehende Europawahl im nächsten Jahr.
Mit der Europäischen Zentralbank und vielen weiteren Finanzinstitutionen in Deutschland sei Frankfurt am Main ein zentraler Mittelpunkt der europäischen Finanzpolitik, so Gahler im Interview. Frankfurt sei prädestiniert, „hier in Europa in der Europäischen Union die führende Rolle zu spielen. Kurzum: Frankfurt ist der zentrale Ort in der EU und muss es bleiben und weiterentwickelt werden“. Darüber hinaus habe die Stadt mit den Universitäten und den zahlreichen Studiengängen einen „Wissenshub“, von dem der Wirtschaftsstandort profitiere.
v.l.n.r.: Frederik Sieker (Leiter Verbindungsbüro Brüssel), Dr. Stefan Mai (Head of Public Affairs, Leiter Vorstandsstab), Michael Gahler (MdEP), Hans Joachim Reinke (Vorstandsvorsitzender) und Luca Karger (Junior Public Affairs Manager)
Frankfurt ist der zentrale Ort in der Europäischen Union und muss es bleiben und weiterenwickelt werden
Michael Gahler
Mitglied des Europäischen Parlaments (EVP/CDU)
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat dem EU-Abgeordneten zufolge eine gemeinschaftliche Antwort des demokratischen Westens erfahren. Seit dem Einmarschieren Russlands in der Ukraine „haben wir als Europäer in einer Art und Weise geschlossen gehandelt, wie wir es nicht erwarten konnten. Wie es im Übrigen auch Putin nicht erwartet hat“, so der Berichterstatter des EU-Parlaments für die Ukraine. Der Ukraine müsse weiterhin eine umfassende Unterstützung durch die EU gewährleistet werden. Das übergeordnete Ziel sei ein wieder friedliches Europa unter Einschluss der Ukraine.
Seither haben wir als Europäer in einer Art und Weise geschlossen gehandelt, wie wir es nicht erwarten konnten. Wie es im Übrigen auch Putin nicht erwartet hat.
Gahler führte aus, dass es im kommenden Wahlkampf zur Europawahl insbesondere darum gehen müsse, wie sich der Westen und die EU sicherheits- und verteidigungspolitisch aufstellen werde. Diese Frage sei durch den Krieg in der Ukraine neugestellt. Er betonte, dass es neuer Politiken und Herangehensweisen bedürfe, mit denen sich die EU bisher nicht intensiv beschäftigt hätte, wie beispielsweise gemeinsamer Rüstungsprojekte der EU-Mitgliedstaaten.
Eine zentrale Rolle werde allerdings auch „Fit für 55“ einnehmen, der EU-Plan für den grünen Wandel. Dieser sieht vor, die CO2-Reduktion bis 2030 um 55 Prozent zu senken. In diesem Zusammenhang werde man die Fragen beantworten müssen, „was wir uns erlauben können, was effektiv ist in dem Bereich und was eben weniger effektiv ist“, so Gahler abschließend.